Sagen rund um Zinnwald


Der Schacht zu den wunderlichen drei Köpfen in Zinnwald
(Nach Wächter)

In Graupen betrieben einst drei Brüder als Eigenlöhner eine ausgiebige Zeche und gelangten zu Reichtum. Das plötzliche Verschwinden des Erzganges erforderte aber hohe und leider ergebnislose Aufwendungen, so daß der Reichtum dahinschwand. Da erschien allen drei Brüdern in einer Nacht der Berggeist im Traume und forderte sie auf, die zwecklose Mühe aufzugeben und gegen Mitternacht zu wandern, wo ihnen reiche Ausbeute beschieden sein würde. Sie befolgten den Rat. Als sie einige Stunden gegangen waren, fanden sie im dichten Walde zu Tage stehende Zwitter. Sie stritten hin und her, ob dies wohl schon der rechte Platz zum Einschlagen sein möge oder ob es ratsam sei, noch weiterzuwandern. Als sie sich nicht schlüssig werden konnten, erschien ihnen plötzlich der Berggeist als Berggnom wieder, sprach nur: "Ihr seid aber doch drei wunderliche Köpfe" und war dann plötzlich verschwunden. Die drei Brüder wußten nun, was sie zu tun hatten; sie schlugen ein und hatten reiche Ausbeute. Den Einschlag nannten sie "Zu drei Wunderköpfen". Es war der erste Schacht im Zinnwalder Bergrevier; er ist heute noch vorhanden und wird kurzwege der "Köpfenschacht" genannt.
Diese drei Männer waren die Begründer von Zinnwald, da sich wegen des großen Zinnreichtums bald weitere Bergleute aus Graupen einfanden. Sie nannten ihre Siedlung "Der Zinnwald", weil der ganze Wald reich an Zinn war. Nach einem alten Berichte sollen die Zwitter so viel Zinn enthalten haben, daß, wenn man auf der Wiese einen Stein nach einer Kuh warf, dieser wertvoller war als die Kuh.
(Der erste Zinnbergbau in unserer Heimat war ein erfolgreicher Seifenabbau, nur so ist die ungeheure Ausbeute zu erklären, von der die Chroniken berichten. Der "Köpfenschacht" ist der auf böhmischer Seite gelegene südlichste Aufschluß des Zinnwalder Zwitterfeldes, so daß es ganz den Anschein hat, als ob er von den aus Graupen kommenden Bergleuten zuerst befahren worden wäre.)



Der Hexenabend
(Hübner, Die Sagen des Bezirkes Aussig)

Der 1. Mai wird im Erzgebirge (von Zinnwald bis Peterswald) als Hexenabend gefeiert. In den Abendstunden hört man von den Bergen gar seltsame Laute widerhallen. Knechte und Kuhhirten blasen auf Rinderhörnern, denen die Spitze abgesägt ist, oder auf sogenannten Dudelsäcken, die aus abgedrehter Ebereschenrinde verfertigt sind, den Hexenreigen. Hin und wieder fällt auch ein Schuß. Wird es dunkel, dann laufen Bauernburschen und Knechte, meist von Kindern begleitet, alle mit Strohseilen versehen, um das Gehöft und auf das angrenzende Feld, dabei fortwährend mit dem Strohseile die Erde peitschend, um so die Hexen zu vertreiben. Bauersfrauen müssen an diesem Abend auch noch für die Abwehr der Unholdinnen sorgen, damit das Vieh nicht verhext werde, daß Butter, Quark und Käse stets gut gelingen. Manche Bäuerin bestreicht die Schwelle der Stalltür mit Milch oder Tierurin oder mit bestimmten Kräutern. Darauf nimmt sie ein Töpflein, neu und irden muß es sein, gibt Milch hinein oder jene Kräutlein und stellt es dann unter die Stalltürschwelle oder unter die Krippen der Kühe. An diesem Tage (auch am Heiligen Abend) wird kein Seidel Milch, kein Napf Butter und kein Ei verkauft. Die Tiere, besonders die Kühe, bekommen verschiedene Zauberkräuter zu fressen und manches Tränklein zu saufen.


 

Das Äfftemannl und die Klagemutter
(Hübner, Die Sagen des Bezirks Aussig)

In der Gegend zwischen Zinnwald und Peterswald kennt man das Äfftemannl. Es ist ein kleines schwarzes Mannl mit garstigem Kopf, ein Hausgeist, dem Unglück folgt, der schlimme Anzeichen gibt, im Hause umgeht und die Bewohner um die Nachtruhe bringt. Hat einer in später Nacht das Äfftemannl in ein Haus schleichen sehen, so weiß es am anderen Tage gleich das ganze Dorf. In dem Hause aber gibt es bald ein Unglück.
Dort gibt´s weiter die Klagemutter. Sie ist ein weißes Gespenst, das dem Wanderer plötzlich auf der Straße erscheint, sich größer und kleiner machen kann und schauerliche Töne hervorbringt. Alte Leute erzählen, daß ihnen die Klagemutter begegnet sei.


Das Waldweibl im Seegrund bei Zinnwald
(Köhler, Sagenbuch des Erzgebirges)

Ein Mann von Zinnwald trieb Spitzenhandel, der ihn öfters nach Böhmen führte. Einmal ritt er durch den Seegrund nach Eichwald; da begegnete ihm ein Waldweibl. Es redete ihn an: "Bruder, willst du mit mir schnupfen?" Dabei tat es sonderbarerweise seine Schürze auf, die voll Laub war. Als der Spitzenhändler hineingriff, um sich spaßeshalber eine Handvoll Laub zu nehmen, blickte er zugleich auf und sah, daß das Gesicht des alten Weibls einem alten Käse glich. Er erschrak so sehr, daß er die Hand zurückzog und fortritt. Das Weibl aber rief ihm nach: "Nun muß ich noch hundert Jahre warten; hättest du das Laub genommen und wärst nicht erschrocken, so wär ich erlöst!" Ein Blatt war ihm jedoch unter den Ärmel gefahren, und das war, als er es später fand, lauter Gold.
(Das Aussehen des Waldweibls erinnert an die Zwerge Tirols und der Schweiz, die dort "Kasermanderln" (Käsemännchen) heißen und den goldenen Käse verschenken. Die Sprachforschung hat nachgewiesen, das Quark (Käse) und Twarg ( im Mittelhochdeutschen querx und twerc) im deutschen Norden bis Livland sowohl Zwerg als Käse bedeutet. An diese Bezeichnung klingen in unserer Heimat gebräuchlichen Worte Quargel oder Quärgel für Quarkkäse und "Herumquärgeln" für das Herumkriechen kleiner Kinder an. Die Kinder werden hier mit Zwergen verglichen. Auch der bei uns für einen Wirbelwind oder eine leichte Windhose gebräuchliche Name "Quärgelwind" erinnert an die Querxe oder Zwerge.)



Das "Tote Kindl" bei Zinnwald

Der zwischen Vorder- und Hinterzinnwald gelegene Zinnwalder Berg (879,5 m über dem Adriatischen Meere) führt auf den Landkarten, auf den Anschlagstafeln des dort liegenden Wasserwerks der Stadt Teplitz und auch im Volksmunde den Namen "Das Tote Kindl".
Meine bereits vor Jahrzehnten über die Herkunft des Namens angestellten Nachforschungen wollten erst zu keinem einwandfreien Ergebnis führen. Der Volksmund wußte nichts zu berichten. Die einzigen gedruckten Nachrichten darüber sind in Törmers inhaltreichem Buche "Ins östliche Erzgebirge - Der Mückenberg mit seinen sämtlichen Anstiegswegen" enthalten. Es heißt dort: Der Sage nach soll in den Befreiungskriegen gegen die Franzosen ein Soldat an dieser Stelle ein totes Kind gefunden haben. Eine andere Leseart sagt, daß an diesem Punkte unter der Regierung Kaiser Franz I. eine astronomische oder meteorologische Station erbaut werden sollte. Bei der an Ort und Stelle vorgenommenen kommissionellen Begehung soll ein zugezogener Förster über dieses Projekt in seiner derben ungeschminkten Redeweise die Worte gesprochen haben: "Na, das ist auch ein totes Kind", woher nun die Flurbenennung stammen soll. Ein Stein mit der folgenden undeutbaren Inschrift bezeichnet die Stelle: RCG. INNP. TYQNC. PYI. OPAS + YTY 1808. Der Sage nach wurde auf dem Gipfel des 879 Meter hohen Berges bei Vorder-Zinnwald ein totes Mädchen gefunden: Die Tochter einer ledigen Dienstmagd aus dem Schiffelhaus - einem der ältesten Häuser von Vorder-Zinnwald - und eines Forstgehilfen aus dem Forsthaus Seegrund. Die Mutter wurde des Mordes an ihrer Tochter für schuldig erklärt und auf dem Galgenberge bei Graupen hingerichtet. Erst auf dem Sterbebett gestand der Forstgehilfe, daß er seine Tochter vom Schiffelhaus weggelockt und auf dem Berge ermordet habe, um der Mutter keine Zahlungen leisten zu müssen oder diese gar zu heiraten.



Der Wolfsgrund bei Zinnwald
(Mitgeteilt von Schulleiter Glatz, Vorder-Zinnwald)

Der östlich der Höhe "Totes Kind" nicht allzu weit von der Landesgrenze in Böhmen gelegene "Wolfsgrund" hat seinen Namen von folgender Begebenheit: Ein Meißner Grundherr durchritt einst den Wolfsgrund und wurde dabei von den Wölfen angefallen. Auf seine Hilferufe eilten die bereits hier ansässigen Köhler herbei und befreiten ihn aus seiner Notlage. Aus Dankbarkeit überwies er seinen Rettern das umliegende Waldgebiet zur freien Abholzung für die Köhlerei.
(Törmer vertritt in seinem Buche "Ins östliche Erzgebirge" allerdings eine andere Ansicht. Er meint, die dort liegenden "Wolfswiesen" dürften ihren Namen wohl weniger dem Raubtiere verdanken als einer niedrigen, kurzen Grasart, im Volksmunde "Wolf" genannt. Mit dem Ausdrucke "Wolfswiesen" bezeichnet man schlechte Wiesen, und das dürfte nach seiner Meinung auch hier der Fall sein.)



Das Gräfinsbad bei Zinnwald
(Mitgeteilt von Willy Härtel, Liebenau)

An der Straße von Hinterzinnwald nach Vorderzinnwald steht unweit des Wasserschachtes der Stadt Teplitz links an der Waldecke eine schlichte Tafel mit der Inschrift "Gräfinsbad". Die Tafel ist im Jahre 1930 von Zinnwalder Heimatfreunden aufgestellt worden, um eine Stelle unserer Heimat zu bezeichnen, um die sich eine alte Sage
zieht. Ein kleines Werk vorbildlicher Heimatliebe wurde mit dem Setzen der Tafel verrichtet; es ist zu wünschen, daß es Nachahmung findet. Wir haben noch viele Stellen in unserer Heimat, um die Sagen klingen, die dem Untergange geweiht sind, wenn die Erinnerung nicht in ähnlicher Weise festgehalten wird.
Die Sage vom "Gräfinsbad" lautet: In alter Zeit bedeckte ein heute zum Teil entwässertes Hochmoor den Gebirgskamm zwischen Vorder- und Hinterzinnwald. An der bezeichneten Stelle befanden sich ein tiefer Sumpf und ein Teich. Vom Teiche ist heute nichts mehr zu sehen; Reste des Sumpfes sind noch vorhanden. Einstmals fuhr eine Gräfin mit ihrem schönen Wagen in der Richtung nach Vorderzinnwald. Just an dem Sumpfe begegnete ihr ein Priester, der mit dem heiligen Sakrament von einem Sterbenden kam. Der Kutscher hielt als gläubiger Christ sofort den gräflichen Wagen an, stieg ab und beugte das Knie vor dem Heiligtum, das der Piester trug. Die Gräfin war unwillig darüber und schrie dem Kutscher zu: "Fahre zu in Teufels Namen!" Kaum war das Fluchwort gesprochen, versanken Pferde und Wagen samt der Gräfin im unergründlichen Sumpfe, und nur der fromme Kutscher kam mit dem Leben davon.



Die Zinnwalder Geisterbeschwörung
(Mitgeteilt von Max Schotte, Altenberg)

Zur Zeit der Gegenreformation gab es in Böhmisch-Zinnwald eine Anzahl Bergleute, die sich den päpstlichen Irrlehren widersetzten und sich der Seelsorge des Geisinger Pfarrers Kauderbach anvertrauen. An bestimmten Tagen hielten sie ihre Erbauungsstunden in den unterirdischen Erzgruben von Sächsisch-Zinnwald ab. Dem genannten Geisinger Geistlichen ging ein großer Ruf als Wissenschaftler voraus. So war allgemein bekannt, daß er besonders gründlichen Bescheid über das religiöse Sektenwesen und den Okkultismus (unerklärliche Erscheinungen) wußte. Er war auch imstande, das berüchtigte 6. und 7. Buch Moses zu enthüllen und konnte demzufolge Geister rufen oder bannen. Der Einwohnerschaft von Zinnwald war auch bekannt, daß Kauderbach in dem kleinen Wohnhause Nr. 28 an der "Hemme" oft Einkehr hielt und dort seine wissenschaftlichen Bücher und auch das geheimnisvolle 6. und 7. Buch Moses aufbewahrte. Der Geistliche wurde auf seinen Dienstgängen oft von seinem ältesten Sohn begleitet. Zwischen diesem und der Einwohnerschaft bestand ein besonders herzliches Einvernehmen. Eines Tages reifte nun unter den Bewohnern Zinnwalds der Plan, die Kraft und Auswirkung des erwähnten geheimnisvollen Buches zu erproben. Sie überredeten den jungen Kauderbach, an einem Abende das Vorhaben auszuführen, und berieten dabei auch alle nötigen Vorsichts-maßnahmen, auf daß niemand dabei ein Leid widerfahren könne. Der junge Mann erklärte sich bereit, die geheime Schrift den Leuten vorzulesen und glaubte wohl selbst an keine erste Gefahr. Zur Vorsicht hatte man aber nach dem Nachbarhause verständigen, der dann sofort den Pfarrer Kauderbach aus Geising zu Hilfe herbeiholen sollte. So kam man denn an dem verabredeten Abende in der Wohnstube des kleinen Hauses zusammen. Die Teilnehmer stellten sich im Zimmer in einem Kreise auf, in dessen Mitte der junge Kauderbach seinen Platz einnahm und der neugierig gestimmten Versammlung die verfänglichen Kapitel vorlas. Eine Zeit lang war alles gut gegangen, und jedermann glaubte wohl, daß es mit der geheimen Kraft des Buches nicht weit her sein könne. Aber plötzlich tat sich die Stubentür auf und herein trat ein langer, hagerer Kerl, der einen großen Sack auf dem Rücken trug. Er setzte sich auf die Ofenbank, schlenkerte die Bürde von den Schultern und setzte den Sack mit dem klirrenden Inhalt zwischen seinen Beinen auf die Dielen nieder. Den Anwesenden lief es jetzt eiskalt über den Rücken, denn der fremde Bursche hatte etwas Unheimliches an sich und sprach kein  Wort. Der junge Kauderbach faßte sich sofort und versuchte, die Kapitel der Schrift rückwärts zu lesen, was ihm aber nicht gelang. In dieser peinlichen Lage gab man nun das verabredete Klingelzeichen an den Nachbar, der sich sofort auf machte und den Pfarrer Kauderbach aus Geising zur Hilfe heranholte. Lange, bange Minuten vergingen, aber niemand wagte während der Wartezeit den Raum zu verlassen oder gar den unheimlichen Gast anzusprechen, sondern warf nur dann und wann einen scheuen Blick nach der Gestalt, die hinter dem Geldsack auf der rot angestrichenen Bank hockte. Als der gelehrte alte Mann endlich angekommen war und die Wohnstube betrat, zuckte der hagere Geselle auf der Ofenbank zusammen und grinste: "Na , wenn du schon kommst!" Vater Kauderbach meisterte sofort die Lage; er ergriff die verhängnisvolle Schrift und las den Inhalt flott und sicher rückwärts. Da richtet sich die dürre Gestalt sichtlich widerwillig in die Höhe, warf den Geldsack wieder auf den Rücken und entfernte sich auf Nimmerwiedersehen.
Da die Anwesenden den bösen Gast vor seinem Eintritt in die Stube nicht kommen sahen und nach dem Verlassen des Zimmers ebenfalls nicht mehr bemerkten und nur ein Fauchen in dem Hausflur vernahmen, so gilt als sicher, daß der Geselle seinen Weg durch den Schornstein gewählt hatte.



Das wandernde Haus in Zinnwald
(Gräße, Ziehnert usw.)

In dem sächsischen Anteile des Bergfleckens Zinnwald steht ungefähr 50 Schritte von der Grenze ein kleines hölzernes, von einem Bergmann bewohntes Häuschen, an dessen hinterem Deckenbalken in der Stube folgender Vers eingeschrieben ist:
Ich bin nun auf Sachsen Boden, Gott lob,
weil mich mein Wirth, Hans Hirsch, aus Böhmen rüberschob. (1721)
Hermit hat es folgende Bewandtnis: Als in den Jahren 1716 bis 1728 die protestantischen Einwohner Böhmens ihres Glaubens wegen beunruhigt wurden, wanderten viele in das benachtbarte Sachsen aus, unter anderen auch ein armer Bergmann, Namens Hans Hirsch. Weil dieser aber sein nahe der Grenze stehendes Häuschen nicht gern zurücklassen wollte, hat er dasselbe mit Hilfe seiner Freunde und Nachbarn des Nachts auf Walzen gesetzt und glücklich nach Sachsen herüberpraktiziert und zum Gedächtnis obigen Vers in die Stubenecke eingeschnitten.
(Das vielfach beschriebene und bekannte "wandernde Haus" in Zinnwald ist ein Opfer des Weltkrieges geworden. Beim Schlackengraben ist es samt der Halde, worauf es stand, verschwunden. In den Mitteilungsheften des Landesvereins Sächs. Heimatschutz vom Jahre 1918 habe ich ihm einen Nachruf gewidmet und sein Bild veröffentlicht. Nach öfterer Besichtigung des Häuschens und seiner Umgebung habe ich mir freilich schon vor Jahrzehnten eine ganz andere Erklärung des Wanderns zurechtgelegt. Ich nehme an, daß der schlaue Hans Hirsch in einer verschwiegenen Nacht der Gegenreformationszeit einfach die Landesgrenze etwas nachgebessert und die Grenzsteine versetzt hat. Die Landesgrenze ist gerade an dieser Stelle besonders scharf ausgezackt; sie mag sich früher geradlinig hingezogen haben, so daß das Haus auf böhmischem Gebiet stand. Flurkarten, die diesen Eingriff in das Staatsgebiet aufgeklärt hätten, sind damals sicher noch nicht vorhanden gewesen, auch wußte wahrscheinlich Hans Hirsch nichts davon, daß er mit der Veränderung des Staatsgebietes ein Verbrechen beging, auf das zu damaliger Zeit die Todesstrafe stand und das bis heute noch, wenigstens in Deutschland, nach § 81,4 des Strafgesetzbuches mit lebenslänglicher Zuchthausstrafe bedroht ist. Die Sache ist verjährt, Hans Hirsch ist tot, und das Häuschen ist abgebrochen; mag wenigstens die Sage weiterleben, obwohl sie nun gegenstandslos geworden ist.)

 

Quelle: Sagenbuch des östlichen Erzgebirges, Autor Arthur Klengel, Hirschprung
Bilder: Heimatkunde des Bezirkes Komotau, 3. Band, 4. Heft: Sagen