Enstehung
von
Georgenfeld

Georgenfeld im Schnee

Gründung von ALT-GEORGENFELD

Wie in der Kirchengeschichte schon erwähnt fanden in Zinnwald mehrere Vertreibungen aufgrund des Glaubens der Bewohner statt. So kam es im Jahre 1671, das ein großer Teil der protestantischen Bewohner von Böhmisch- Zinnwald, aufgrund der jesuitischen Bekehrungsversuche, nach Sachsen gingen. Der damalige sächsische Kurfürst Johann Georg II. nahm die Menschen auf und es wird eine Häuserreihe auf einer Feldfläche, in der Nähe von Hinter- und Sächsich - Zinnwald, errichtet und damit Alt - Georgenfeld gegründet.

Gründung von NEU-GEORGENFELD

In den Folgejahren wurde die Rekatholizierung der Christen auf Böhmischer Seite immer weiter vorangetrieben, das Land wurde zunehmend zum katholischen Glauben bekehrt. Wer sich dem katholischen Glauben widersetzte musste mit harten Strafen rechnen. Böhmisch - Zinnwald blieb davon zwar über 20 Jahre weitestgehend verschont, aber mit der Einweihung einer neuen Kirche im Jahr 1706, in der Nachbargemeinde “Maria-Schein”, lebten die Bekehrungsversuche wieder auf. Der Druck auf die protestantischen Bewohner Böhmisch - Zinnwalds nahm immer mehr zu und ihnen drohte bereits mehrfach die Ausweisung aus Böhmen, aber die fast 800 Gläubigen Protestanten in Zinnwald blieben ihrem Glauben treu.
Im Jahr 1728 kam es dann zu drastischen Maßnahmen gegen die protestantischen Bewohner, ihnen wurde am 04.10. dieses Jahres durch geistliche und weltliche Kommissionen das allerhöchste “Generalpatent” verlesen. Dieses beinhaltete im Wesentlichen die Verkündung das alle die sich nicht binnen 6 Monaten zum katholischen Glauben bekennen ihr Hab und Gut verkaufen sollen und nach Ablauf der Frist das Land zu verlassen hatten. Die evangelischen Bürger von Böhmisch - Zinnwald blieben aber weiterhin ihrem Glauben treu und mussten nach Ablauf der Frist das Land verlassen.
Ihnen wurde auf sächsischer Seite Hilfe von Sachsens König August und der Herrschaft Rudolph von Bünau auf Schloss Lauenstein zuteil, letzterer wurde 100 Jahre zuvor selbst von seinen Besitzungen in Böhmen vertrieben.

Infolge dieser Vertreibung errichtete man, neben Alt-Georgenfeld, eine zweite Häuserreihe mit 25 Häusern und gründete damit Neu-Georgenfeld und Nahe Fürstenaus wurde der Ort Gottgetreu gegründet. (Diese Dörfer bezeichnet man als Exulantendörfer, da diese von Bewohnern, die wegen ihres Glaubens die Heimat verlassen mussten, gegründet wurden.)

Aufgrund der großen Verluste unter den Einwohnern und der damit argen Verluste an Arbeitskräften kam es auf Böhmischer Seite zu einer schweren Krise, für den damals ohnehin angeschlagenen böhmischen Bergbau, von der er sich über viele Jahre hinweg nicht mehr erholte. Die Situation an der Grenze veränderte sich auch schlagartig, die bis dahin bestandene relativ friedliche Trennung zwischen Sachsen und Böhmen verschärfte sich radikal. An der Grenze wurde der sonst rege Verkehr zwischen beiden Ländern fast gänzlich stillgelegt und das Leben der ehemaligen Nachbarn auf beiden Seiten der Grenze verlief für viele Jahre getrennt und voneinander abgeschnitten.
 

Besiedlungs- und Einwohnerstatistik

  • 1674: Georgenfeld zählt 6 bewohnte Häuser
  • 1701: Georgenfeld umfasst 10 bewohnte Häuser
  • 1718: Georgenfeld ist auf 20 Häuser angewachsen
  • 1717/31: Georgenfeld zählt 52 Häuser
  • 1834: In Georgenfeld leben 296 Einwohner
  • 1871: Georgenfeld mit 284 Einwohner bewohnt
  • 1890: Georgenfeld zählt 219 Einwohner
  • 1910: Georgenfeld hat 201 Einwohner
  • 1925: Georgenfeld mit 217 Einwohner angegeben
  • 1939: Georgenfeld hat 232 Einwohner
  • 1946: Georgenfeld kann 387 Einwohner verzeichnen
  • 1950: Zusammschluss zu Zinnwald-Georgenfeld
  • 1964: Zinnwald-Georgenfeld zählt 912 Einwohner
  • 1970: Zinnwald-Georgenfeld wird mit 835 Einwohnern angegeben
  • 2006: Zinnwald-Georgenfeld verzeichnet 585 Einwohner

Autor: Andre Erler